Lorbeeröl ist eine einfache Möglichkeit, Speisen mit dem intensiven, leicht bitter-würzigen Aroma des Lorbeerblatts zu verfeinern. Ob als Basis für Dressings, zum Braten bei mittlerer Hitze oder zum Aromatisieren von Eintöpfen und Saucen: selbstgemachtes Lorbeer-infundiertes Öl ist schnell zubereitet und bietet einen natürlichen Geschmacksträger.

Was Sie brauchen
- Saubere, trockene Einmachgläser oder eine Flasche mit dicht schließendem Verschluss (250–500 ml)
- Gutes Speiseöl: natives Olivenöl, Sonnenblumenöl oder Rapsöl eignen sich
- Getrocknete Lorbeerblätter (empfohlen) oder frische, sehr gut getrocknete Blätter
- Sieb, Trichter, sauberes Küchentuch
Warum getrocknete Blätter?
Frische Kräuter oder Blätter enthalten oft Wasser, das in Öl eingesperrt zu unerwünschtem Bakterienwachstum führen kann. Deshalb ist es sicherer, getrocknete Lorbeerblätter zu verwenden. Wer frische Blätter nutzt, sollte das Endprodukt im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb weniger Tage verbrauchen.
Grundrezept: Kalte Methode (Schonend, mehr Aroma)
- Sterilisieren Sie Gläser und Utensilien, indem Sie sie heiß ausspülen oder kurz im Ofen bei 100 °C erhitzen.
- Geben Sie 4–8 getrocknete Lorbeerblätter pro 250 ml Öl in das Glas (je nach gewünschter Intensität).
- Gießen Sie das Öl über die Blätter, bis alles vollständig bedeckt ist. Lassen Sie oben etwa 1 cm Luft.
- Verschließen Sie das Glas fest und lagern Sie es an einem kühlen, dunklen Ort für 1–2 Wochen. Schütteln Sie das Glas alle 1–2 Tage leicht, um die Aromastoffe freizusetzen.
- Nach 1–2 Wochen durch ein feines Sieb oder ein mit Küchenpapier belegtes Sieb abseihen und in saubere Flaschen füllen.
Warme Methode (schnellere Intensivierung)
- Erwärmen Sie das Öl zusammen mit den Lorbeerblättern in einem kleinen Topf auf niedriger Hitze (nicht über 60–70 °C).
- Halten Sie die Temperatur 20–30 Minuten, ohne das Öl zu kochen oder zu rauchen.
- Vom Herd nehmen, abkühlen lassen, dann abseihen und in sterilisierte Flaschen füllen.
Tipps zur Dosierung und Haltbarkeit
- Verwenden Sie pro 250 ml Öl 4–8 Blätter für eine moderate Note; für intensivere Aromen können Sie mehr nehmen.
- Ungeöffnet und trocken gelagert hält das Öl mehrere Monate; bei Verwendung von frischen Blättern nur kühl lagern und innerhalb von 1–2 Wochen verbrauchen.
- Achten Sie auf Trübung, Schimmel oder unangenehme Gerüche. Bei Verdacht wegwerfen.
Verwendungsideen
- Ein Spritzer Lorbeeröl über geröstetes Gemüse oder Kartoffeln.
- Als Basis für Salatdressings zusammen mit Zitronensaft und Senf.
- Zum Aromatisieren von Bratgut: kurz vor Ende der Garzeit ein wenig Öl zugeben, um Geschmack, aber nicht Verbrennen, zu garantieren.
- Einige Tropfen in Suppen oder Eintöpfe geben, kurz vor dem Servieren, um das Aroma zu heben.
Sicherheitshinweise
Öle können in Kombination mit frischen Kräutern mikrobiologisch riskant sein. Verwenden Sie bevorzugt getrocknete Lorbeerblätter oder stellen Sie sicher, dass das Öl innerhalb kurzer Zeit verbraucht wird und kühl gelagert wird. Bei Unsicherheit lieber die warme Methode benutzen und nur steriles Gefäßmaterial verwenden.
Variationen und Kombinationen
Für komplexere Aromen können Sie dem Lorbeer Öl Knoblauch (getrocknet), Zitronenschale oder Rosmarin zusetzen. Bei frischen Zusätzen ist erhöhte Vorsicht geboten: kurz erhitzen oder schnell verbrauchen.
Fazit
Lorbeeröl ist ein vielseitiges, aromatisches Produkt, das sich einfach selbst herstellen lässt. Mit wenig Aufwand erhalten Sie ein geschmackvolles Öl für Dressings, Braten und zum Verfeinern vieler Gerichte. Probieren Sie verschiedene Ölsorten und Blattmengen aus, bis Sie Ihre ideale Intensität gefunden haben.
Danke für die ausführliche Anleitung! Ich habe das Öl mit Olivenöl gemacht und es passt hervorragend zu gebratenem Gemüse.
Toller Tipp mit den getrockneten Blättern — bei mir wurde ein Glas trüb, nachdem ich frische Blätter verwendet hatte. Jetzt mache ich es nur noch mit getrockneten.
Kann man das Öl auch einfrieren? Ich würde gerne kleinere Portionen für Geschenke vorbereiten.